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Aktuelles
 
23. Dezember 2011
Rentenkasse legt sich hohe Reserven an
Die eiserne Reserve der Rentenversicherung steigt auf einen der höchsten Werte in der Geschichte der Bundesrepublik. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung hat sich die Nachhaltigkeitsrücklage im November auf 23,2 Milliarden Euro erhöht.


Damit nahmen die Finanzpolster der Rentenkasse innerhalb eines Monats um vier Milliarden Euro zu. Im Oktober hatte die Nachhaltigkeitsrücklage noch bei rund 19 Milliarden Euro gelegen. Nur 1992 waren infolge der Wiedervereinigung die Rücklagen mit 25 Milliarden Euro noch höher.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund hatte mit einem starken Anstieg in diesem Jahr gerechnet. Grund dafür ist die robuste Konjunktur und die Zahlung des Weihnachtsgelds an Arbeitnehmer. Der rentenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Peter Weiß, sagte: "Entgegen aller Unkenrufe bestätigt sich, dass die Unternehmen nach wie vor häufig Weihnachtsgeld bezahlen." Dies führe zu einem überraschend hohen Geldeingang bei der Rentenkasse. Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich die Finanzlage besser entwickeln könnte als nach der Prognose der Rentenversicherung von Anfang Dezember. Damals erwartete die Rentenversicherung zum Jahresende eine Nachhaltigkeitsrücklage von 23,5 Milliarden Euro. Dieser Wert könnte noch übertroffen werden. In den vergangenen Jahren wuchsen die Reserven im Dezember nochmals stark an.

Die Rentenversicherung ist bisher gut durch die Finanzkrise gekommen. Rechnerisch verfügt die Rentenkasse inzwischen über eine Rücklage in Höhe des 1,36-Fachen einer Monatsausgabe. Die sprudelnden Einnahmen sind der Grund, weshalb die Bundesregierung zum Jahresbeginn 2012 den Beitragssatz von 19,9 auf 19,6 Prozent senkt. Nach dem Gesetz ist dieser Schritt möglich, wenn sich die Rücklage dem 1,5-Fachen einer Monatsausgabe nähert. Der Rentenpolitiker Weiß sagte, wegen der guten Kassenlage werde die Höchstgrenze von 1,5 Monatsausgaben schon im Frühjahr erreicht. Nach früheren Vorhersagen der Rentenversicherung könne der Beitrag 2013 erneut sinken. Weiß sagte, die gesetzliche Rentenversicherung sei kerngesund. Es zeige sich nun, dass die Kritik an der umlagefinanzierten Rente voreilig gewesen sei. Gerade in der Finanzkrise habe sich die gesetzliche Säule bewährt.


Quelle: Stuttgarter Zeitung